Politik aktiv!   Politik und Wirtschaft treiben zur Zeit fast täglich eine neue  Sau durchs Dorf. Aus diesem Grund möchte ich mit Ihnen  die aktuellen Themen diskutieren.     Kommen Sie zur nächsten Sprechstunde, vereinbaren Sie  einen Termin zum Sofagespräch oder kommen Sie zu den  üblichen Öffnungszeiten in die Freizeitoase “Galeria KiK"!     Lassen Sie sich nicht "verkaufen"! Diskutieren Sie mit! Nur wer mitredet, kann mitentscheiden!   Biotreibstoff aus Algen! 16.02.12   Kraftstoff aus Algen - Noch unwirtschaftlich, aber Raps überlegen   Das Thema erneuerbare Energien ist wegen der Endlichkeit von fossilen  Brennstoffen und dem hohen Gefahrenpotenzial der Kernkraft in aller  Munde.   Da traditionelle Biotreibstoffe unter Beschuss stehen, die Preise für  Nahrungsmittel in die Höhe zu treiben und verheerende Verwüstungen  anzurichten, verstärken Industrielle nun  die Forschung in Algen als  nachhaltige Alternative - aber viele Hindernisse bleiben noch bestehen,   bevor Öl aus Algen  seinen Weg in unsere Autos und Flugzeuge finden  wird. Dass auch Algen zur Lösung der Energieprobleme beitragen könnten, ist kaum bekannt.  Mehrere Algenarten lassen sich durch eine Reihe verschiedener chemischer Prozesse in Biodiesel,  Bioethanol, Biogas und Biowasserstoff umwandeln, sodass sie in der Lage sind, auf vielfältige Art und  Weise Energie zu liefern. Besonders interes-sant sind sehr kleine Algen - so genannte Mikroalgen.  Die sollen bei der Produktion von Biomasse bis zu 15-mal produktiver sein als der in diesem Kontext  häufig eingesetz-te Raps. Obwohl es zur Herstellung von Algenkraftstoff diverse Pilotprojekte gibt, ist  die Technologie von der Marktreife noch mehrere Jahre entfernt. Das liegt weniger an der  technischen Machbarkeit, sondern vielmehr an der bislang mangelnden Wirtschaftlich-keit und den  derzeit noch sehr hohen Anfangsinvestitionen.   Im Dezember 2008 hat die EU als Teil ihrer Verhandlungen über ihr Energie- und Klimapaket ein  Abkommen unterzeichnet, zehn Prozent ihres Treibstoffbedarfs aus erneuerbaren Quellen zu  beziehen, darunter Biokraftstoffe, Wasserstoff und CO2-neutraler Strom. "Das verbindliche Ziel von  10 %, das alle Mitgliedstaaten erreichen sollen, sollte daher als der Anteil des Endenergieverbrauchs  im Verkehrssektor definiert werden, der insgesamt aus erneuerbaren Quellen zu decken ist und nicht  allein aus Biokraftstoffen", so der endgültige Text der Richtlinie über erneuerbare Energien.   Die Bedingung ist mit wachsenden Sorgen über die Nachhaltigkeit der so genannten Biokraftstoffe  der ersten Generation verbunden die zurzeit auf dem Markt sind, wie Biodiesel und Bioethanol, die  aus landwirtschaftlichen Pflanzen wie Mais, Zuckerrüben, Palmöl und Raps gewonnen werden. Die  Richtlinie schreibt auch vor, dass die EU Schritte unternehmen sollte, die Entwicklung von  Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation in der Gemeinschaft und weltweit zu fördern und  die landwirtschaft-liche Forschung und Wissensproduktion in diesen Bereichen zu stärken.     Zweite Generation der Biokraftstoffe steht Herausforderungen gegenüber   Da Ethanol und Diesel für die Erhöhung der Nahrungsmittelpreise und ihre Gefährdung der Artenvielfalt unter Beschuss stehen, hat die EU  sich zu Biokraftstoffen der 'zweiten Generation' als sauberere Alternative verpflichtet. Biokraftstoffe der zweiten Generation werden aus  lignozellulärer Biomasse - dem holzartigen Teil von Pflanzen - gewonnen, die nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion steht. Die  Quellen dafür sind Reste der Ernten oder der Holzbearbeitung, so wie Blätter, Baumrinden, Stroh oder Holzspäne und die nicht essbaren  Teile von Mais und Weizen. Jedoch ist die Umwandlung der holzartigen Biomasse in flüssige Zuckerarten teuer und erfordert kostspielige  Verfahren bei denen Vorbehandlungen und Fermentierung mit speziellen Enzymen eingesetzt werden, was bedeutet, dass die  Biotreibstoffe der zweiten Generation bisher noch nicht im großen Stil wirtschaftlich produziert werden können. Es ist unwahrscheinlich,  dass die Biokraftstoffe der zweiten Generation bis 2020 wettbewerbsfähig sein werden, sagte die Gemeinsame Forschungsstelle der  Europäischen Kommission in einer Studie von 2008. Und wenn sie dies tun sollten, dann werden sie zum größten Teil ohnehin importierte  Biomasse verwenden, fügte die GFS hinzu, da die jüngsten Studien darauf hinweisen, dass nicht genug Holz zur Verfügung stehen wird,  um den Energiebedarf zu decken und die europäische Holzindustrie trotzdem weiterhin mit Rohstoffen zu versorgen.     Algen: Hohe Erträge, kein Wettbewerb um Land   Um diese Probleme zu bewältigen wenden sich einige neue Unternehmen an so genannte Biokraftstoffe der dritten Generation. Das US-  Ministerium für Energie definiert Pflanzen wie ganzjährige Gräserarten, schnell wachsende Bäume und Algen als solche die "ausschließlich  für die Treibstoffproduktion vorgesehen" sind. Diese werden normalerweise nicht zur Lebensmittelproduktion ange-baut und haben  besonders hohe Anteile an Biomasse, so das Ministerium. Führend unter ihnen sind Algen. Sie werden als die effizientesten Organismen  der Welt betrach-tet, weil sie ein rasches Wachstum (einige von ihnen können ihre Größe an einem Tag verdoppeln) und einen hohen  Gehalt an Ölen aufweisen. Forschung über Algen zur Massenproduktion von Öl konzentriert sich hauptsächlich auf Mikroalgen oder Phyto-  plankton - Organismen die in der Lage sind Photosynthese durchzuführen und kleiner als 0,4 Millimeter im Durchmesser sind. "Algen  können mehr Biomasse und mehr Biotreibstoffmoleküle viel effizienter produzieren als jede Landpflanze".   Zum Beispiel können Algen 100 Mal mehr Pflanzenöl als Sojabohnen und 10 Mal mehr als Ölpalmen produzieren. Dem US-Ölgiganten  Exxon Mobil zufolge, der kürzlich ein 600 Millionen US-Dollar teures Forschungs- und Entwicklungsprojekt über das Thema startete,  könnten Algen ca. 20000 Liter Kraftstoff pro Hektar im jewei-ligen Produktionsjahr liefern. Die ungefähren Erträge anderer Kraftstoffquel-len  sind weitaus niedriger stellte der Konzern fest. Palmen: ca. 6000 Liter pro Hektar Zuckerrohr: 4500 Liter pro Hektar Mais: 2500 Liter pro  Hektar pro Jahr Soja: 500 Liter pro Hektar pro Jahr.   Als Konsequenz brauchen Algen viel weniger Land um zu wachsen als konventionelle Biokraftstoffe, was das Potential für Konflikt mit der  Nahrungsmittelproduktion ab-schwächen würde, die mit der verstärkten Kultivierung von Energiepflanzen einhergeht.     Kein Bedarf an Süßwasser Algen haben viele weitere Vorteile. Neben höheren Ernteerträgen sind sie in der Lage auf Meer- oder Abwasser zu wachsen, was das  Anzapfen knapper Süßwasserressourcen zur Bewässerung vermeidbar machen würde. Algen wachsen am besten in Salzwasser, das  nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht.   Die Mikroorganismen scheinen verschmutztes Meerwasser besonders zu mögen, das ihnen dabei hilft exponentielle Wachstumsraten zu  erzielen. "In allen verschmutzen Meeresgewässern gibt es das Phänomen, welches natürlicherweise Eutrophierung genannt wird, was  bedeutet, dass ein übermäßiges Wachstum von Algen stattfindet".   "Genau weil Verschmutzung übermäßige Nährstoffe für Algen mit sich bringt, wachsen sie exponentiell." Die Idee sei den Algen das  verschmutzte Wasser mit durchsichtigen Plastikröhren anzufüttern, indem man verwendet was Industriespezialisten einen Bio-Reaktor  nennen. Die Algen absorbieren die Verschmutzung als Nährstoff, und das Wasser kann dem Meer sauberer zurückgegeben werden als es  vorher entnommen wurde. In der Zwischenzeit wachsen die Algen zu Biomasse heran, welche für Biokraft-stoffe verwendet werden kann.  Als Ergebnis können die Algen auf do genannten Grenz-ertragsflächen wachsen, so wie Wüstengebieten wo das Grundwasser salzhaltig  ist. Daneben können sie sich auch von Nährstoffen aus Abwasser ernähren, unter anderem von verschmutztem Wasser das von der Öl-  und Gasindustrie produziert wird.     CO2-Recycling    Außerdem haben Mikroalgen gezeigt, dass sie schneller wachsen wenn sie mit CO2 "gefüttert" werden, dem hauptsächlichen Verursacher  der globalen Erwärmung. "Man könnte zum Beispiel Algen neben einem Zementwerk oder einem thermo-elektrischen Werk ansiedeln und  das CO2 das aus der Kraftwerk austritt, in den Bioreaktor leiten", erklärt Garofalo. "Dies bedeutet, dass das CO2, anstatt dass es aus dem  Schornstein kommt, in den Bioreaktor geht um Algen zu produzieren, die ein zweites Mal als Kraftstoff verbrannt werden und erst dann in  die Atmosphäre gehen. So kann das gleiche CO2 zwei Mal wieder verwendet werden."   In Arizona hat GreenFuel - ein privates Unternehmen - eine große Bandbreite an Algen-Kraftstoffanlagen entwickelt, welche die CO2-  Emissionen von einem nahe liegenden Kraftwerk, der Arizona Public Service Redhawk Power Facility verwendet. Die Anlage, welche 2005  eröffnet wurde, gewann 2006 den Preis 'Platts Emissions Energy Project' des Jahres.     Kosten sind die größte Herausforderung Dennoch bleiben eine Reihe von Herausforderungen bestehen, bevor die Algen etablier-te kommerzielle Anwendung finden können. Vor  allem Unsicherheiten über die Kosten, stellen bislang das größte Hindernis dar. Es bleibt daher immer noch eine offene Frage ob Algen am  besten in Photobioreaktoren oder in offenen Teichen angebaut werden sollen. Denn die wirtschaftlichen Aspekte sind ein großer Teil des  Problems, da eine weit verbreite Massenproduktion der Algen für Biokraftstoffe von den Kosten der Ausstattung und der Strukturen die für  die Produktion in Großem Stil notwendig sind beeinträchtigt werden kann.     Zukünftige Rentabilität von Algen geht  über Biosprit hinaus    Da der Ölpreis seinen Gipfelsturm fortsetzt, versuchen Experten händeringend, neue Energiequellen zu erschließen. Neben Uran sowie  Sonnen- und Windenergie ist die Herstellung von Ethanol und Bioöl aus Pflanzen eine Alternative. Zwar sind die Versuche nicht neu, aus  Algen Biokraftstoff zu gewinnen. Doch waren sie in Zeiten des niedrigen Ölpreises vernachlässigt worden. Jetzt läuft die Forschung auf  Hochtouren.   Kein Ethikproblem. Algen weisen gegenüber pflanzlichen Rohstoffen wie Mais und Palmsaaten herausragende Vorteile auf. Besonders  wichtig ist, dass die Herstellung von Biosprit aus Algen nicht in Konkurrenz mit der Beschaf-fung von Lebensmitteln steht. "Treibstoff aus  Lebensmittelpflanzen zu gewinnen scheint gescheitert".   Steigende Lebensmittelpreise dürften es immer schwieriger gestalten, Mais oder Palmöl in größerem Umfang für die Produktion von  Ethanol und Biodiesel zu verwenden. Zu dem verbraucht die Kultivierung der Algen kein oder nur wenig Trinkwasser. Algen können in  geschlossenen Systemen gezüchtet und geerntet werden Außerdem wachsen Algen - je nach Art - in Salzwasser und auch Abwasser. Ein  weiterer Vorteil der Algen liegt neben dem Wachstum im hohen Ölanteil, bis zu 50 Prozent des Gewichts. CO2 verbrauchen statt  ausstoßen. Und schließlich wachsen die Algen unter Verbrauch von Kohlendioxid (CO2) heran. Dies könnte den Algenzüchtern in der  Zukunft zusätz-liche Einnahmen über CO2-Zertifikate bringen  "Algen sind für die potenzielle nächste Generation von Biokraftstoffen  entdeckt worden.     Reiche Ernte Die Algenzucht in der Vertigro Versuchsfabrik in Texas läuft in einem geschlossenen Kreislauf ab. Unter Zugabe von Kohlendioxid und  kleineren Düngermengen wachsen die Algen in vertikalen Kunststoffbehältern unter Einfluss von reichlich Sonnenlicht heran. Die  Ölproduktion soll 100- bis 200-mal höher liegen als bei herkömmlichen ölhaltigen Pflanzen und Samen. Der Wasserbedarf ist im Vergleich  zur Bewässerung von zum Beispiel Maisfeldern gering. Dagegen ist der Verbrauch an Kohlendioxid mit 1,3 bis 1,8 Tonnen je Tonne Algen  hoch. Der Schlüssel zur zukünftigen kommerziellen Rentabilität ist darin zu verstehen, dass der Nutzen von Algen weit über die pure  Verwendung als Biosprit hinausgeht.   Nach der Ölernte können die Algenüberreste, wir nennen das Nebenprodukt, andere Anwendungsbereiche wie Nährstoffe, Pharma-,  Tierfutter- oder Bio-produkte umfassen. In allen diesen Sektoren haben Algen und Wasserpflan-zen ein außergewöhnliches Potential eine  richtige Revolution in Richtung einer vollständig nachhaltigen Wirtschaft zu erreichen.     Spanien: (Bio)Kraftstoff aus Algen zum günstigen Preis  -  11.03.2011 - 03:04   Deutschland stöhnt derzeit beim Thema E10 nur noch geschlossen auf, in Spanien hingegen findet sich vielleicht die Lösung schlechthin.  Hier wurde erstmals Sprit aus Algen gewonnen - günstig und in großer Menge!   Die spanische Firma "Bio Fuel Systems" hat es tatsächlich geschafft, Sprit respektive Rohöl aus Algen zu produzieren, wobei die wirkliche  Neuigkeit eine andere ist. Denn die Gewinnung von Rohöl aus Algen ist gar nicht mal so neu, die Spanier aber haben die Idee erstens  preiswert umgesetzt und zweites auch noch im ganz großen industriellem Stil.   Das Verfahren ist sogar schnell erklärt: Algenschleim wird über eine Zentrifuge quasi getrennt, bis nur noch organischer Abfall übrig bleibt,  der quasi voller Energie steckt. Dieser Abfall wird in Biokraftstoff gewandelt, wobei das enthaltene Fett zu Diesel raffiniert wird, die  Kohlenhydrate wieder zu Bioethanol. Eine zusätzliche Beimischung beim Biodiesel ist bei dieser Idee nicht mehr nötig...   Interessant: Die erzeugte Masse an (Bio)Kraftstoff ist deutlich höher als bei anderen Ideen, aus zwei Kubikmetern Algen können sechs Kilo  Biomasse erzeugt werden - mehr als bei Soja oder Sonnenblumen in einem ganzen Jahr. Helmut Kantner vom Unternehmen Austrian  Enviro (Österreich) erklärt: "Die Gewinnung von Biosprit aus Algen ist eine sehr viel versprechende Lösung - vorausgesetzt sie funktioniert  auch im industriellen Prozess". Eben das haben die Spanien nun hinbekommen.   Tatsächlich ist die Algen-Idee nicht wirklich neu, laut Kantner nämlich sind "die Spanier nicht die einzigen, die das Potenzial der Algen für  die Umwelt erkannt haben. In den USA, in Portugal und Holland gibt es ähnliche Projekte. Auch Forscher in Deutschland haben die  Grünpflanzen im Visier." Aber: Die Iberer waren wohl cleverer, denn "BFS (Bio Fuel Systems) ist das erste Unternehmen, das über eine im  Bau befindliche industrielle Anlage verfügt. Zudem haben es die Spanier als erste geschafft, dass sich die Algen in Röhren und nicht nur auf  horizontalen Flächen vermehren. Das spart Platz und macht die industrielle Umsetzung des Prozesses erst möglich".   Eine Gefahr für das Klima besteht zudem bei der Kraftstoffgewinnung aus Algen nicht, viel mehr "verbrauchen" die Algen bei dem Prozess  CO2. Für das Unternehmen Bio Fuel Systems jedenfalls könnte ihre Forschung bald bares Geld bedeuten...     Diese oder andere Themen würde ich gerne mit Ihnen diskutieren!  Themen / Beiträge   Energy Day - BioJets... - 16.02.12    Gute Finanzminister - 25.01.12    Tempelhof Schönefeld - 25.01.12    Das “verkaufte” Volk - 2011   »n-tv Video: Bio-Jets ...!